Die agile Releaseplanung im Spannungsfeld von agiler Dynamik und klassischem Timeline-Planning.

warum-bin-ich-hierAnfang Juni 2016 hat Tobias Sailer von der der coliquio GmbH über seine Erfahrungen bei der agilen Releaseplanung berichtet. Mehr Infos zu coliquio gibt es hier: https://www.coliquio.de/ueberuns.html

Zum Start seines Vortrags hat Tobias in die Zuhörer gefragt, wieso – und in welcher Rolle – sie eigentlich hier sind. Nur ein Teilnehmer hat zugegeben, dass Brezeln, Kaffee und nette Leute der Hauptantrieb sind. An der Offenheit müssen wir noch arbeiten 🙂

Wann ist es fertig?

Dann ging’s aber schon zur Sache: Der klassischen Frage des ebenso klassischen Kunden „Wann ist es fertig?“ steht die agile Antwort „Immer!“ entgegen und nach einer kleinen gemeinsamen Übung aus dem Backlog-Planning wurden die 5 Ebenen der agilen Planung ausgebreitet und erläutert, wobei der Schwerpunkt der weiteren Ausführungen natürlich in der Mitte lag – beim Release Planning.

Die Releaseplanung kann man von Größe und Scope folgendermaßen einordnen:

  • Vision
  • Roadmap
  • Release Planning
  • Sprint Planning
  • Daily Planning

Das Release Planning

Das Release Planning ist ein großes, regelmäßig stattfindendes Meeting, typischerweise mit einer Dauer von 1-2 Tagen. Das für mich überraschende daran war, das Tobias dieses Meeting ohne Timebox sieht – es dauert, solange es dauert – bei der Vorbereitung dieses Meetings stellt das bestimmt eine Herausforderung dar! Eine gute Vorbereitung gehört dazu: Stories/Epics sollten vom PO zusammen mit den Stakeholdern vorbereitet und priorisiert werden. Die Teilnehmer an diesem Planning sollten breit gefasst sein: Außendienst, Vertrieb, Marketing und Produktion gehören an einen Tisch. Als Basis des Plannings (man könnte auch Entscheidungsgrundlagen sagen) dienen (außer dem Backlog) die bisher erreichte Velocity (was kann man das nächste ¼-Jahr erreichen), die Vision, sie gibt den Rahmen und die Zielrichtung vor, bisher erkannte Risiken und auch im Planungsprozess neu entdeckte Risiken und eine Definition of Done für die Releaseplanung.

Ergebnis des Release Plannings ist typischerweise der Release Plan, aber mindestens genauso wichtig das gemeinsame Verständnis aller Beteiligten des Plans z. B. für das nächste Quartal.

Es bietet sich auch oft an, die Releaseplanung an andere Planungs- oder Controllingsystemen anzugleichen. Im Fall von coliquio werden die Releaseplanungen immer zum Start eines neuen OKR Zyklus gemacht (alle 3 Monate) -> OKR

Im zweiten Teil hat Tobias über die unterschiedlichen Erfahrungen mit der agilen Releaseplanung aus 2 Team erzählt. Hier wurde deutlich, dass die Releaseplanung durchaus gut in ein agiles Softwareunternehmen passt. Vor allem, dass das gesamtheitliches Denken über das Produkt oder das Projekt gefördert wird. Beide Teams haben unterschiedliche Erfahrungen gemacht und auch unterschiedliche Effekte erzielt.
Team 1 hat den Vorteil erfahren, dass die Releaseplanung einen gute Übersicht und Abschätzbarkeit über das Backlog bietet.
Team 2 hat Wertvolle Erfahrungen im Bezug auf „Crossfunktionalität“ gemacht, da hier alle Stakeholder sehr eng über die letzten Monate eingebunden waren. Dafür fiel allerdings das initiale Backlog etwas kleiner aus und wurde „on the go“ gefüllt.

In diesem Sinne schloss Tobias seinen Vortrag auch mit dem Spruch des amerikanischen Präsidenten Dwight D. Eisenhower „Plans are nothing; planning is everything.“

Links und weitere Informationen