Spice up your Retrospectives

Spice up your Retrospectives

Nachdem beim Agile Breakfast schon länger nicht mehr über Retrospektiven gesprochen wurde, war es wieder an der Zeit, dieses Thema anzugehen. Da Retrospektiven zu meinen Steckenpferden gehört, habe ich in meinem Vortrag ein paar Ideen mitgebracht, wie man die eigene Retro wieder etwas aufpeppen kann, getreu dem Motto „Spice up your Retrospective“. Dazu hatte ich drei konkrete Ideen vorgestellt.

Glückskeks Retrospektive

Die Retro-Glückskekse

Die Retro-Glückskekse

Die Idee für die Glückskeks-Retrospektive stammt von Adam Weisbart, einem amerikanischen Coach aus San Francisco. Aus seiner Sicht sollte eine gute Retro die beiden folgenden Dinge beinhalten:

  • Fragen, welche die Teilnehmer zum Nachdenken anregen
  • Was zu Essen

Also erfand er die Glückskeks-Retrospektive, mit dem Grundsatz „Inspect, Eat and Adapt“. Der Ablauf ist der Folgende:

  1. Jeder Teilnehmer bekommt einen Glückskeks.
  2. Nacheinander öffnen die Teilnehmer ihren Glückskeks und beantworten die gestellte Frage. Man kann dem Team auch fünf Minuten geben, um ihre Gedanken aufzuschreiben.
  3. Der ScrumMaster moderiert das Ganze, hakt nach und fragt auch andere Teammitglieder nach ihrer Meinung.

Was ich besonders gut an dieser Form der Retro finde, ist dass sie versucht lokale Dinge anzusprechen, anstatt sich mit der Umgebung des Teams zu befassen. Oft ist es nämlich so, dass Teams einen Heidenspaß daran haben, nach Problemen bei anderen zu suchen, anstatt bei sich selbst anzufangen.

Fußball Retrospektive

Fußball-Retro: Begriffesammlung

Fußball-Retro: Begriffesammlung

Die Idee für die Fußball-Retrospektive entstand, als ich von der Firma Avira gefragt wurde, ob ich dort eine Retrospektive durchführen könnte. Da ich nicht etwas machen wollte, das schon alle kennen, habe ich mir die Fußball-Retrospektive ausgedacht. Die Idee dabei ist, dass das Team ihren letzten Sprint auf die 90 Minuten einen Fußballspiels abbildet. Sie sollen also eine Art Liveticker erstellen, der die Ereignisse des letzten Sprints aufzeigt. Dabei sollte man darauf achten, dass das Team nur Fußballbegriffe verwendet, um später neue Ideen und Lösungen entwickeln zu können. Auch sollte man zuerst eine Liste von typischen Fußballbegriffen sammeln, damit das Team ein paar Ansatzpunkte hat. Dadurch entstehen Tickermeldungen, wie z.B.

  • Wir hatten zwei späte Tore in der 88′ und 89′ Minute“ (Fertig gestellte Stories)
  • Ab der 67‘ Minute mussten wir mit 9 Spieler auskommen
  • In der 55‘ Minute gab es ein böses Foul“ (z.B. weil der PO mit neuen Anforderungen um die Ecke kam)
  • usw.

Hat man den Liveticker erstellt, wird dieser von den einzelnen Gruppen vorgestellt und es geht weiter zur Spielanalyse und zu guter Letzt zur Planung des nächsten Spiels. Wenn man das Ganze mit den 5 Phasen einer Retrospektive verbindet, sieht dies folgendermaßen aus:

Set the Stage  →  Fußballbegriffe sammeln
Gather Data  → Liveticker erstellen
Generate Insight  → Spielanalyse
Decide What To Do  → Planung des nächsten Spiels (z.B. Taktikänderungen)
Closing  → Schlachtruf 😉

Die genau Beschreibung des Fußball Retrospektive findet man unter: http://spoonique.de/2012/04/27/die-fusball-retrospektive/

Das Kochrezept

Zum Schluss haben wir ein wenig gekocht 😉 Die Idee des Kochrezeptes ist es, zusammen mit dem Team das Rezept für den perfekten Sprint zu erstellen. Dieses Rezept enthält alle Zutaten (mit ihren Mengenangaben) und notwendigen Schritte für einen absolut genialen Sprint. Dies ist dann das Ziel, was man nach und nach erreichen möchte.

Nachdem man dieses Ziel definiert hat, macht das Team das sogenannten „Perfection Game“. Dabei überlegt sich jedes Teammitglied, wo der letzte Sprint auf einer Skala von 1 – 10 lag, wobei 10 der zuvor definierte perfekte Sprint ist. Gleichzeitig überlegt sich jeder, welche Zutaten oder Schritte notwendig wären, um zum Beispiel von einer 6 zu einer 7 zu gelangen. Aus dieser Liste von Vorschlägen selektiert das Team maximal zwei Maßnahmen, die man im nächsten Sprint angehen möchte.

Fazit

Es gibt eine Menge Dinge, die man machen kann, um seine eigenen Retrospektiven in Schwung zu bringen. Vor allem das Arbeiten mit Metaphern  (wie z.B. Fußball) halte ich für einen unendlich großen Quell von neuen Ideen. Außer Fußball habe ich schon Tennis oder Bowling Retrospektiven gesehen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.